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Konya und der Mevlana-Führer: Rumis Grabmal und die Seldschukenhauptstadt

Konya ist eine Stadt in Zentralanatolien, in der sich das grünkuppelige Mausoleum von Mevlana Celaleddin Rumi befindet und die jahrhundertelang die Hauptstadt des anatolischen Seldschukenreichs war. Neben dem Mevlana-Mus

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Konya und der Mevlana-Führer: Rumis Grabmal und die Seldschukenhauptstadt

Konya ist eine Stadt in Zentralanatolien, in der sich das grünkuppelige Mausoleum von Mevlana Celaleddin Rumi befindet und die jahrhundertelang die Hauptstadt des anatolischen Seldschukenreichs war. Neben dem Mevlana-Museum verleihen die Alaeddin-Moschee, die kachelverzierten Medresen Karatay und İnce Minareli, das Dorf Sille und die nahe gelegene neolithische Siedlung Çatalhöyük der Stadt eine vielschichtige Kulturroute; im Dezember bringen die Şeb-i-Arus-Gedenkfeiern mit Sema-Zeremonien eine besondere Note hinzu.

Was gibt es im Mevlana-Museum zu sehen?

Das Mevlana-Museum ist eine ehemalige Mevlevi-Derwischloge, die das Grabmal des sufischen Denkers und Dichters Mevlana Celaleddin Rumi aus dem 13. Jahrhundert beherbergt; seine kegelförmige, mit glasierten grünen Kacheln bedeckte Kuppel ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Seit 1926 als Museum zugänglich, umfasst der Komplex neben der Grabkammer auch die frühere Semahane, den Saal für die Drehzeremonien. Im Inneren werden illuminierte Handschriften von Rumis Werk Masnavi, Kalligrafietafeln, Derwischgewänder und Musikinstrumente gezeigt. Besucher können die ursprüngliche Architektur der Loge zusammen mit Objekten aus dem religiösen Alltag des Mevlevi-Ordens betrachten.

Warum sind die Alaeddin-Moschee und der Alaeddin-Hügel bedeutsam?

Die Alaeddin-Moschee erhebt sich auf dem Alaeddin-Hügel im historischen Zentrum und wurde zur Zeit der anatolischen Seldschukensultane errichtet; im Inneren fallen wiederverwendete antike Säulen auf. Sie gilt als eines der frühen erhaltenen Beispiele religiöser Architektur aus der Seldschukenzeit. Der Hügel enthält zudem die Überreste eines seldschukischen Palastes und liegt erhöht über dem historischen Kern von Konya. Von hier aus lassen sich die Gassen der Altstadt gut überblicken.

Wo lässt sich das seldschukische Kachelerbe besichtigen: Karatay und İnce Minareli Medrese?

Die Karatay-Medrese wurde im 13. Jahrhundert als seldschukische Koranschule errichtet und dient heute als Museum für Kachelkunst; die sternförmig gemusterten Kacheln ihrer Kuppel sind das markanteste Merkmal des Baus. Die İnce Minareli Medrese, benannt nach ihrem durch einen Blitzschlag verkürzten schlanken Minarett, beherbergt heute ein Museum für Stein- und Holzarbeiten. Beide Medresen besitzen reich verzierte Portale, die die seldschukische Steinmetzkunst im Detail zeigen. Die Kachelpracht der Karatay-Medrese und die in die Fassade gearbeiteten Reliefs der İnce Minareli Medrese erlauben einen direkten Vergleich zweier Handwerkskünste derselben Epoche.

Wie lassen sich Sille, Çatalhöyük und Şeb-i Arus rund um Konya erleben?

Das wenige Kilometer vom Zentrum Konyas entfernte Dorf Sille trägt mit seiner in den Fels gehauenen Aya-Elena-Kirche und seinen alten Steinhäusern Spuren der multikulturellen Vergangenheit der Stadt. Südöstlich, nahe dem Bezirk Çumra, liegt Çatalhöyük, eine neolithische Siedlung auf der UNESCO-Welterbeliste, bekannt für ihre über das Dach betretbaren Lehmziegelhäuser und Erkenntnisse zum frühen sesshaften Leben. Die Mitte Dezember stattfindenden Şeb-i-Arus-Gedenkfeiern markieren den Todestag Rumis und sind die Tage, an denen in der Stadt am intensivsten Sema-Zeremonien abgehalten werden. Ein Besuch Konyas in dieser Zeit bietet eine besondere Gelegenheit, die Tradition der drehenden Derwische in ihrem lebendigen Rahmen zu beobachten.

FAQ

Worauf sollte ich beim Besuch des Mevlana-Museums achten?

Da das Mevlana-Museum zugleich ein aktiver Ort der Andacht und des Gedenkens ist, wird in der Grabkammer ein ruhiges und respektvolles Verhalten erwartet; in manchen Bereichen müssen Schuhe ausgezogen oder in Beuteln getragen werden, und Frauen wird mitunter gebeten, ihr Haar zu bedecken. Das Museum zieht meist viele Besucher an, weshalb ein früher Morgenbesuch in der Regel eine ruhigere Besichtigung ermöglicht. Es lohnt sich, Zeit für die Ausstellungen in der ehemaligen Semahane einzuplanen, um die rituelle Kultur der Mevlevi-Derwische besser zu verstehen. Da Regeln zum Fotografieren je nach Bereich variieren können, sollte man den Hinweisen des Personals vor Ort folgen.

Kann man außerhalb der Şeb-i-Arus-Woche eine Sema-Zeremonie in Konya sehen?

Auch außerhalb der Şeb-i-Arus-Woche finden in verschiedenen Kulturzentren und Veranstaltungssälen Konyas regelmäßig Sema-Zeremonien statt, die in der Regel abends und mit begrenzter Platzzahl abgehalten werden. Da sich die Termine je nach Saison und Veranstalter ändern können, empfiehlt es sich, Datum und Ort vor dem Besuch aktuell zu prüfen. Während der Zeremonie gelten Stille und der Verzicht auf Applaus als Ausdruck des Respekts vor ihrem religiösen und rituellen Charakter. So haben auch Besucher, die außerhalb des Dezembers anreisen, die Möglichkeit, das Sema-Ritual der Mevlevi-Derwische zu erleben.