Rhodopen-Reiseführer: Das Karstherz Bulgariens
Die Rhodopen sind mit rund 240 km Länge Bulgariens flächengrößter Gebirgszug, ein Land aus Karst mit tiefen Schluchten. Höchster Gipfel ist der Golyam Perelik (2.191 m).
Die Rhodopen: eine Landschaft aus Karst und Mythos
Die Rhodopen erstrecken sich überwiegend im Süden Bulgariens, ein Teil reicht nach Griechenland; flächenmäßig sind sie das größte Gebirge des Landes. Sie sind rund 240 km lang, 100-120 km breit und im Mittel 785 m hoch, höchster Gipfel ist der Golyam Perelik mit 2.191 m. Geomorphologisch gehören sie zum Rila-Rhodopen-Massiv, der ältesten Landmasse der Balkanhalbinsel. Der Name ist thrakischen Ursprungs. Am meisten besucht sind die Westrhodopen mit ihren tiefen Schluchten und Höhlen.
Teufelsschlund-Höhle und Trigrad-Schlucht
Die Teufelsschlund-Höhle (Dyavolsko Garlo) liegt in den Westrhodopen, dort wo sie von der Trigrad-Schlucht abzweigt, nahe dem Dorf Gyovren. In ihr stürzt ein Wasserfall aus etwa 42 m Höhe, oft als höchster unterirdischer Wasserfall des Balkans genannt, in eine große Halle, den 'Donnersaal'. Dass nichts, was der Fluss hineinträgt, wieder herauskommt, nährt Legenden; erzählt wird, Orpheus sei hier zum Hades hinabgestiegen. 1970 verschwanden die Taucher Siana Ljutzkanova und Evstati Jovchev im Siphon. Die Höhle zählt zu den 100 Nationalen Touristenzielen.
Die Buynovo-Schlucht und die Unterwelt der Rhodopen
Die Rhodopen sind für tiefe Flussschluchten, große Höhlen und eigenwillige Karstformen bekannt; die Trigrad-Schlucht ist das berühmteste Beispiel. Im selben Karstgürtel wird die von der Buynovska gegrabene Buynovo-Schlucht (Buynovsko) mit ihren steilen Kalkwänden und Höhlen als eine der längsten Schluchten der Gegend begangen. Diese Unterwelt gehört zugleich zu den in den Westrhodopen konzentrierten Wasserkraftressourcen Bulgariens und zum Einzugsgebiet der Maritsa, in das rund 80 Prozent der Gewässer des Gebirges abfließen.
Das Bachkovo-Kloster: ein geistliches Zentrum seit 1083
Das Bachkovo-Kloster ist ein großes orthodoxes Kloster am rechten Ufer des Flusses Chepelare, 10 km südlich von Asenovgrad. Gegründet wurde es 1083 von Grigor Pakourianos, einem georgischen Staatsmann und Feldherrn in byzantinischen Diensten; bekannt ist es für die Verbindung georgischer, byzantinischer und bulgarischer Kultur im gemeinsamen Glauben. Die heute erhaltene Marienkirche wurde 1604 vollendet, das Refektorium 1601 erneuert. Das Panorama-Fresko an dessen Außenwand gilt als größtes Landschaftsfresko des Balkans und wurde Alexi Atanasov zugeschrieben am 22. Juli 1846 fertiggestellt. Das Kloster ist die letzte Ruhestätte der Patriarchen Euthymius und Kyrill.
Smolyan, die Smolyan-Seen und das Dorf Shiroka Laka
Smolyan ist eine Stadt und Provinzhauptstadt im engen Tal der Flüsse Cherna und Byala am Fuß des Golyam Perelik; die Einwohnerzahl lag im Juni 2022 bei 30.689. Die heutige Stadt entstand 1960 durch den Zusammenschluss der Dörfer Ustovo, Raykovo und Ezerovo; die größte Kirche Südbulgariens, die Kathedrale des heiligen Vissarion, wurde 2006 eingeweiht. Von den nahen Smolyan-Seen, einst fast zwanzig, sind heute sieben geblieben, die 'smaragdenen Augen der Rhodopen'. Shiroka Laka, 23 km nordwestlich, ist auf 1.206 m ein Architektur- und Folklorereservat; die Marienkirche entstand 1834, die alte Schule 1835, berühmt ist der Kaba-Gaida-Dudelsack.
FAQ
Was sollte ich für einen Besuch der Teufelsschlund-Höhle wissen?
Die Höhle liegt in den Westrhodopen nahe der Trigrad-Schlucht und birgt einen etwa 42 m hohen unterirdischen Wasserfall. Sie zählt zu Bulgariens 100 Nationalen Touristenzielen.
Nutzt Bulgarien den Euro und wie prüfe ich Preise?
Bulgarien hat am 1. Januar 2026 den Euro eingeführt, Zahlungen erfolgen also in Euro. Dennoch nennt dieser Führer keine festen Beträge für Höhlen-, Kloster- oder Museumseintritte; aktuelle Preise, Zeiten und Fahrpläne brauchen eine Quellenprüfung.
